Das perfekte Hochzeitskleid Hochzeit

Hallo meine Lieben!

Nachdem wir uns letzte Woche mit dem Thema „Don’t be a Bridezilla“ beschäftigt haben, möchte ich euch heute ein bisschen von der Suche nach einem ganz besonderen Kleidungsstück erzählen: dem Hochzeitskleid.

Das wohl besonderste, wichtigste und am meisten ersehnte Kleid im Leben eines Mädchens. Auch ich hatte seit ich ca. 6 Jahre alt war klare Vorstellungen darüber wie es einmal aussehen sollte. Eine Prinzessin wollte ich sein! Viel Glitzer, Tüll und natürlich eine lange Schleppe. Ich würde wie ein Engel zum Altar schweben und alle würde „Ooohhh“ und „Aaahhh“ sagen. Was man sich mit 6 eben so vorstellt… Allein die Suche nach dem Kleid stellte ich mir immer unglaublich schön und glamourös vor. Wem würde der Gedanke nicht gefallen, lauter traumhafte Prinzessinenkleider anzuprobieren. Dass das alles nicht immer unglaublich spaßig und schön ist hat mir damals natürlich noch niemand gesagt.

Meine Suche nach dem perfekten Kleid begann im September 2014, also 1 Jahr und 3 Monate vor meiner Hochzeit. Ich wollte rechtzeitig anfangen damit ich auch ja nicht unter Zeitdruck gerate.

1. Erkenntnis: Einfach anprobieren gibt’s nicht.

Einfach rein in den Brautladen und anprobieren? Oh nein, so funktioniert das überhaupt nicht. In so gut wie jedem Brautladen brauch man einen Termin! Und wenn man samstags kommen möchte, dann kann das in einer Stadt wie Stuttgart auch mal gut 4 Wochen dauern bis man den nächsten Termin bekommt. Bei manchen Läden hatte man aber ehrlich gesagt das Gefühl, dass sie sich einfach nur rarmachen wollten. Da war es nämlich nicht nur schlecht besucht, da war es richtig ausgestorben!

Nachdem ich also abgewiesen wurde, hängte ich mich daheim an mein Telefon und vereinbarte in so gut wie jedem Brautladen in Stuttgart Termine.

2. Erkenntnis: Bräute können so gemein sein.

Man glaubt es kaum, aber manche Bräute (und ihr Anhang!) haben offensichtlich nichts besseres zu tun als anderen Bräuten die Probetermine zu verderben. Bei meinem ersten Termin war ich nicht nur meinetwegen aufgeregt, ich freute mich auch die anderen Bräute in ihren Kleidern zu bewundern und mich gemeinsam mit ihnen zu freuen. Als meine Mutter, meine Brautjungfer, meine Schwiegermutter und ich in die Kabine geführt wurden, erzählte ich auch der Verkäuferin wie gespannt ich auch auf die anderen Bräute war. „Andere Bräute werden Sie hier nicht sehen. Das sind alles abgeschlossene Kabinen.“ Auf meine Nachfrage warum das so sei erzählte sie mir, dass es so viele böse Kommentare gab, dass man die Kabinen komplett abtrennen musste. Manche Leute konnten sich wohl nicht mit Aussagen über das Aussehen, Gewicht oder den Geschmack der anderen Bräute zurückhalten. Das ging schon so weit, dass Bräute den Salon relativ schnell und sehr niedergeschlagen wieder verließen. Leider war das nicht der einzige Salon in dem mir das erzählt wurde. Bräute können wirklich so gemein sein.

3. Erkenntnis: Bequem ist anders.

Ich will nicht behaupten, dass das Tragen eines Brautkleides die unbequemste Sache der Welt ist (12 Stunden nach Los Angeles in der Economy Class – das ist die unbequemste Sache der Welt!), dennoch hatte ich es mir irgendwie angenehmer vorgestellt. Brautkleider sind meistens ziemlich schwer und um die Oberkörper herum nicht gerade locker. Das liegt daran, dass das Kleid an der Taille und der Hüfte gehalten wird und natürlich nicht herunterrutschen darf. Aus diesem Grund sind die Corsagen oft relativ eng geschnürt und nicht unbedingt bequem. Wer also plant bei seiner Hochzeit das Buffet zu stürmen, der sollte sich evtl. noch ein Partykleid zulegen. So habe ich es auch gemacht und ich habe es keine einzige Sekunde bereut. Vielleicht habe ich bei meinem Kleid auch irgendetwas falsch gemacht, aber ich konnte im Sitzen kaum atmen, geschwiege denn etwas essen. Außerdem hätte wegen der langen Schleppe niemand neben mir sitzen können, es sei denn die Person hätte die Schleppe auf den Schoß genommen (und das wäre ja wirklich albern). Also wenn ihr euch nicht sicher seid ob ihr es den ganzen Abend in dem Kleid aushaltet, kauft euch noch ein Partykleid dazu. So habt ihr auf jeden Fall eine Ausrede euch noch ein Kleid anzuschaffen, auch wenn ihr es am Tag der Hochzeit doch nicht tragen müsst. 😉

Letzte Erkenntnis: Das perfekte Kleid ist oft so schwer zu finden wie der Ehemann.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen in wie vielen Brautläden wir genau waren. Gefühlt waren es hunderte. Und ein Kleid war schrecklicher als das andere. Nur weil es auf dem Ständer gut aussieht heißt das nämlich nicht, dass es an euch auch gut aussieht. An einem Tag sah ich aus wie ein Schwan (Corsage VOLL mit Federn! Ich sagte doch: NICHTS MIT TIER!), am nächsten Tag wie ein Vorhang. Es wollte einfach nichts so recht passen. Irgendwann hatte ich mich innerlich schon mit dem Gedanken angefreundet, in einem schlichten weißen Baumwollkleid aus irgendeinem Onlineshop zu heiraten. Völlig entnervt und ohne große Lust schleppte ich mich dann eines Tages doch noch in den letzten Laden. „Wenn ich hier nichts finde, dann heirate ich in meinem weißen Sommerkleid!“

Gott sei Dank ist es dann doch nicht soweit gekommen. Im Atelier Aimee in Stuttgart habe ich es dann nämlich gefunden: mein Traumkleid! Ein echtes Prinzessinenkleid mit einer langen Tüllschleppe, Pailetten und künstlichen Perlen. Das was ich mir immer gewünscht hatte. Wie oben bereits erwähnt war es zwar nicht ganz so bequem wie ich es mir immer erhofft hatte, aber dennoch war es perfekt. Und ja, ich habe tatsächlich geweint als ich es anhatte. Ich dachte immer das ist nur ein doofes Gerücht und DAS Gefühl, dass man das richtige Kleid gefunden hat gäbe es überhaupt nicht. Aber auch ich habe es erlebt und kann euch nur sagen: Ihr werdet es tatsächlich spüren und es ist ein ganz wunderbares Gefühl. 🙂

 

Meine Tipps für die Suche nach dem Brautkleid:

  • Kauft nicht gleich das erste Brautkleid, dass euch gut gefällt! Geht auf jeden Fall noch in andere Läden, ihr könnt das andere Kleid im Zweifelsfall zurücklegen lassen
  • Nehmt nicht zu viele Leute zu den Anproben mit. Meistens ist man von der ganzen Situation sowieso schon überwältigt. Wenn man dann noch sechs verschiedene Meinungen zu einem Kleid hört ist das einfach zu viel. Sucht euch 2-3 Leute aus denen ihr vertraut und die ehrlich zu euch sind.
  • Gebt nicht auf. Irgendwo wartet das perfekte Kleid auf euch und wenn ihr es erstmal gefunden habt, sind die ganzen Anstrengungen sehr schnell vergessen.
  • Lasst euch nur Kleider zeigen die ihr euch leisten könnt. Wenn euer Budget 700€ für ein Kleid zulässt, dann schaut euch keine Kleider für 3000€ an. Erspart euch diesen Schmerz. Wenn man sich nämlich erst verliebt hat und es dann nicht kaufen kann, dann wird es umso schwieriger ein anderes Kleid zu finden.
  • Habt Spaß. Auch wenn die Kleidersuche manchmal wirklich frustrierend und anstrengend ist: habt Spaß bei den Anproben! Ein Brautkleid kauft ihr bestenfalls nur einmal im Leben. Es ist so eine schöne Zeit und einfach ein ganz besonderes Erlebnis. Teilt dieses Erlebnis vor allem mit den Menschen die ihr liebt. Wenn ihr seht wie sehr sie sich freuen und wie gerührt sie oft sind, beschert euch das noch mal eine Extraportion Glück. Ihr wisst ja, Glück ist das Einzige was sich vermehrt wenn man es teilt. 😉

 

Habt ihr ähnliche Erfahrungen beim Kauf eures Kleides gemacht?

Ich wünsche allen zukünftigen Bräuten auf jeden Fall ganz viel Spaß bei dem Kauf eures Brautkleids, sei es in den nächsten Monaten oder erst in ein paar Jahren. Und lasst euch nicht stressen, das gibt nur Falten und graue Haare. 😉

Meine Brautschuhe. Speziell angefertigte Chucks von der Firma Cinder's Wish.

Meine Brautschuhe. Speziell angefertigte Chucks von der Firma Cinder’s Wish.

P.S. Im Beitragsbild könnt ihr mein Hochzeitskleid am Morgen unserer Hochzeit bewundern. Gefällt euch das Kleid und die Schuhe? 🙂

 

 


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